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Aus den Geschäftsberichten der
Mödrath-Liblar-Brühler
Eisenbahn-Aktiengesellschaft in Cöln

 

 

Inhalt:
 
Geschäftsjahr 1903/04
Geschäftsjahr 1904/05
Geschäftsjahr 1905/06
Geschäftsjahr 1906/07
Geschäftsjahr 1907/08
Geschäftsjahr 1908/09
Geschäftsjahr 1909/10
Geschäftsjahr 1910/11
Geschäftsjahr 1911/12
Geschäftsjahr 1912/13

 

 

 

Bericht für den Zeitraum
vom 10. August 1903 bis zum 31. März 1904

 

Die Gesellschaft wurde auf Grund der Allerhöchsten Genehmigungsurkunde vom 13. Juni 1903 am 4. August 1903 mit dem Sitz in Cöln gegründet und am 10. August desselben Jahres in das Handelsregister eingetragen. Das Anlagekapital beträgt 3 360 000 M. Von dieser Summe wurde das Grundkapital mit 1 680 000 M in gleichberechtigten, über je 1000 M und auf den Inhaber lautenden Aktien bei der Gründung voll eingezahlt, während die durch das Grundkapital nicht gedeckte Hälfte des Anlagekapitals durch Ausgabe von 4 ½ %igen, zum Kurse von 102 rückzahlbahren Schuldverschreibungen beschafft wurde, welche auf den Namen des A. Schaffhausenschen Bankvereins lauten und durch Indossament übertragbar sind. Die Schuldverschreibungen werden vom 1. Oktober 1903 ab in halbjährlichen Terminen verzinst und in jährlichen, am 1. Oktober 1909 beginnenden Raten von mindestens 1 % der ursprünglichen Anleihesumme zuzüglich ersparter Zinsen getilgt. Zur Sicherheit für die Anleihe hat sich die Gesellschaft durch notariellen Akt vom 8. März 1904 verpflichtet, auf ihre Bahneinheit, sobald dieselbe im Bahngrundbuch eingetragen sein wird, eine Sicherungshypothek, sowie für etwaige Kosten eine Höchsthypothek bis zu 50 000 M zu bestellen. Außerdem haben der A. Schaafhausensche Bankverein und die Berliner Handelsgesellschaft den Zins- und Tilgungsdienst der Anleihe mit der Maßgabe gewährleistet, daß diese Gewährleistung in Fortfall kommt, sobald nach dem Entscheide der Staatsaufsichtsbehörde in zwei aufeinander folgenden Betriebsjahren die Reinüberschüsse der Nebenbahn den für den Zins- und Tilgungsdienst erforderlichen Betrag überschritten haben.

Die neue Bahnlinie soll an Stelle der vorhandenen Kleinbahn von Mödrath über Liblar nach Vochem (Brühl) als vollspurige Nebenbahn mit einer dritten Schiene für den Verkehr meterspuriger Betriebsmittel ausgebaut werden und unterliegt dem Gesetze über die Eisenbahnunternehmungen vom 3. November 1838. Die Bahn hat eine Länge von 20,61 km und schließt in Mödrath an die Bergheimer Kreisbahnen, in Liblar an die Preußische Staatsbahn und in Vochem an die Cöln-Bonner Kreisbahnen an. Letztere vermitteln den Anschluß an den Staatsbahnhof Brühl und an die Rheinumschlagsstelle bei Wesseling. Zur Durchführung des Unternehmens ist zunächst die bestehende Kleinbahn Mödrath-Liblar-Vochem einschließlich der zugehörigen meterspurigen Betriebsmittel durch Kaufvertrag vom 8. Dezember 1903 von der bisherigen Eigentümerin, der Westdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft zu Cöln, zum Preise von 2 378 035.42 M mit Wirkung vom 1. Oktober 1903 käuflich erworben worden. Diese Gesellschaft bewirkt auch gemäß besonderem Bauvertrag den Umbau der Kleinbahn in eine Nebenbahn einschließlich Lieferung der vollspurigen Betriebsmittel.

Da die Kleinbahnkonzession an die Westdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft erteilt ist, während die Mödrath-Liblar-Brühler Eisenbahn-Aktiengesellschaft nur die Genehmigung zum Betriebe der Nebenbahn besitzt, wird der Betrieb auf der Kleinbahn vom 1. Oktober 1903 ab bis zum Tage der Eröffnung des Nebenbahnbetriebs für unsere Rechnung von der Westdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft weitergeführt, welche als Entgelt 4 % der Brutto-Betriebseinnahmen erhält. Die Tätigkeit des Vorstandes der Mödrath-Liblar-Brühler Eisenbahn-Aktiengesellschaft konnte daher in der Hauptsache nur eine vorbereitende sein und beschränkte sich auf den Abschluß der vorerwähnten Verträge, die Vorbereitungen für die Anlegung des Bahngrundbuches, die Überwachung der Bauausführung, sowie die Verhandlung mit den Behörden über die Einzelheiten des Nebenbahnbetriebes.

Wie oben bereits erwähnt, ist der Umbau der ganzen Bahn einschließlich Lieferung der vollspurigen Betriebsmittel durch Bauvertrag vom 16. Februar 1904 an die Westdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft zur Pauschalsumme von 776 300 M übertragen worden, in welcher Summe jedoch die Kosten des Grunderwerbs nicht einbegriffen sind. Diese Kosten, welche auf 77 000 M veranschlagt sind, sollen nach den wirklichen Leistungen besonders abgerechnet werden. Bis zum Schlusse des Geschäftsjahres am 31. März 1904 waren für den Umbau der Kleinbahn verausgabt: a) Teilstrecke Mödrath-Liblar 350 193.62 M b) Teilstrecke Liblar-Brühl 289 450.36 M, zusammen 639 643.98 M. Hierzu der Kaufpreis für die Kleinbahn mit 2 378 035.42 M, daher Gesamtaufwendung 3 017 679.40 M. Von dem Anlagekapital in Höhe von 3 360 00 M bleiben daher am 31. März 1904 noch 342 320.60 M verfügbar. Da die Bauausführungen zum großen Teil beendet, auch die Grunderwerbskosten auskömmlich veranschlagt sind, wird der verfügbare Bestand des Anlagekapitals zur planmäßigen Fertigstellung der Nebenbahn ausreichen, sofern nicht nachträglich unvorhergesehene Anforderungen an das Unternehmen gestellt werden.

 

Bilanz per 31. März 1904.

Aktiva.MPf.Passiva.MPf.
Anlage-Konto der Kleinbahn2 378 03542Aktienkapital Konto1 680 000
Bau-Konto Mödrath-Liblar350 19362Obligationen-Konto1 680 000
Bau-Konto Liblar-Brühl289 45036Rückständige Obligationszinsen per 1. April 190437 800
Kassa-Konto1 83829
Kautions-Konto50 535Aktienspesen-Konto38 21460
Debitoren: Westdeutsche Eisenbahngesellschaft Conto ordinario M 319 970.62, Westdeutsche Eisenbahngesellschaft, Betriebsverrechn. M 46 378.78 A. Schaafhausen’scher Bankverein M 5 398.50371 74790Bau-Reservefonds-Konto5 78599
      
 3 441 80059 3 441 80059

 

Gewinn- und Verlust-Konto.

Soll.MPf.Haben.MPf.
Unkosten-Konto1 23511Betriebsüberschuß der Kleinbahn46 37878
Zinsen-Konto1 55768   
Obligations-Zinsen-Konto37 800  
Bau-Reservefonds-Konto5 78599   
      
 46 37878 46 37878

 

 


 

 

Bericht für den Zeitraum
vom 1. April 1904 bis zum 31. März 1905

 

Im Geschäftsjahre 1904/05 ist der Ausbau, [Zeichensetzung: so!] der von der Westdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft käuflich erworbenen Kleinbahn von Mödrath über Liblar nach Vochem (Brühl) als vollspurige Nebenbahn mit einer dritten Schiene für den Verkehr meterspuriger Betriebsmittel soweit vollendet worden, daß am 19. Dezember 1904 der Nebenbahnbetrieb auf der ganzen Strecke, mit Ausnahme des Staatsbahnüberganges Brühl eröffnet werden konnte. Für letzteren konnten die Arbeiten bisher wegen schwebender Grunderwerbsschwierigkeiten, zu deren Behebung der Enteignungsweg beschritten werden mußte, nicht in Angriff genommen werden. Inzwischen ist jedoch ein Provisorium für den Staatsbahnübergang Brühl geschaffen worden, dessen Inbetriebnahme zu Mitte September 1905 in Aussicht steht. Außer diesen Arbeiten und kleineren Restbauarbeiten ist nur noch die Abwicklung des Grunderwerbs rückständig.

Soweit sich nach den bisherigen Bauabrechnungen übersehen läßt, werden die Kosten der bei der landespolizeilichen Abnahme uns auferlegten Arbeiten und des dreischienigen Ausbaues der Ladegleise der Bahnhöfe Zieselsmaar und Türnich-Balckhausen sowie die unserseits übernommene Verpflichtung zur Erstellung eines Anschlusses an das Gruhlwerk, die im Kostenanschlag nicht vorgesehen sind, im Anlagekapital der Gesellschaft Deckung finden.

Das Bahngrundbuch für die Nebenbahn, welches bei Schluß des Berichtsjahres noch nicht angelegt war, ist inzwischen laut Mitteilung des Königlichen Amtsgerichtes Abteilung IV am 8. Juli 1905 angelegt und Antrag auf Eintragung der Sicherungs- bezw. Höchst-Hypothek für die Obligationenanleihe gemäß der von der Gesellschaft durch notariellen Akt vom 8. März 1904 übernommenen Verpflichtung gestellt worden.

 

Bilanz per 31. März 1905.

Aktiva.MPf.Passiva.MPf.
Anlage-Konto der Kleinbahn2 378 03542Aktienkapital Konto1 680 000
Bau-Konto Mödrath-Liblar443 73895Obligationen-Konto1 680 000
Bau-Konto Liblar-Brühl359 05661Rückständige Obligationszinsen per 1. April 190536 765
Anschluß Gruhlwerk24 000
Kassa-Konto2 28269Aktienspesen-Konto38 08960
Kautions-Konto50 535Erneuerungs-Konto 51 263.95 M, Spezialreservefonds-Konto 1979.42 M53 24337
Effekten-Konto d. Erneuerungsfonds 51 193.65 M, des Spezialreservefonds 1 925.50 M53 11915Gesetzlicher Reservefonds27587
Debitoren: Banken 3227.95 M sonst. Debitoren 179 619.64 M182 84759Gewinn- und Verlust-Konto5 24157
 3 493 61541 3 493 61541

 

Gewinn- und Verlust-Konto am 31. März 1905.

Soll.MPf.Haben.MPf.
Gesamtbetriebsausgaben pro 1904/05108 76729 Gesamtbetriebseinnahmen pro 1904/05207 66250
Davon entfallen: a) auf den Kleinbahnbetrieb für die Zeit vom 1. April bis 18. Dezember 1904  82951.81 M, Reinüberschuß der Kleinbahn   69 448.67 M152 40048 Davon entfallen: a) auf den Kleinbahnbetrieb für die Zeit vom 1. April bis 18. Dezember 1904  M 152 400.48
b) auf den Nebenbahnbetrieb für die Zeit vom 19. Dezember 1904 bis 31. März 1905 M 55 262.02.
  
b) auf den Nebenbahnbetrieb für die Zeit vom 19. Dez. 1904 bis 31 März 1905   25 834.04 M ab: Erstatt. a. d. Erneuerungsfonds 18.56 M25 81548
Erneuerungsfonds4 07710
Spezialreservefonds952
Obligations-Zinsen v. 1. Jan. bis 31. März 190518 900
Gesetzlicher Reservefonds: 5 % Rücklage de 5017.44 M27587
Reingewinn: 5241.57 M, Verwendung: Unterstützungsfonds 500 M, Vortrag auf neue Rechnung 4 741.57 M5 24157
 207 66250 207 66250

 

 


 

 

Bericht für den Zeitraum
vom 1. April 1905 bis zum 31. März 1906

 

Im Berichtsjahre wurden für den Bau und die Ausrüstung der Bahn, insbesondere für die Ausstattung der Bahnhöfe Zieselsmaar und Köttingen mit Wartehallen, für kleinere Ausführungen und Beschaffungen, für Restzahlungen aus Bauverträgen, sowie für Grunderwerb verausgabt 70 465.34 M, welche, wie bereits im vorjährigen Geschäftsberichte in Aussicht gestellt, aus dem Anlagekapital der Gesellschaft Deckung fanden; dagegen sind durch Verkauf abgängig geworden 10 967.10 M für fünf bedeckte schmalspurige Güterwagen, die entbehrlich waren. Es beträgt demnach der Zugang im Berichtsjahre 59 498.21 M.

Der Wert des Bahnanlage-Kontos am 31. März 1906 stellt sich daher auf 3 264 329.22 M. Da das Anlagekapital 3 360 000.– M beträgt, so bleiben noch verfügbar 95 670.78 M.

Dieser Betrag soll in erster Linie herangezogen werden zur Deckung der Kosten für die weitere Abwicklung der Grunderwerbsgeschäfte, für notwendig werdende Vermehrung der Betriebsmittel durch Aufnahme von Transporten im Binnen- und Wechselverkehr zum Rheinumschlagshafen bei Wesseling, sowie für den endgültigen Ausbau des Bahnhofs Vochem, welcher noch als Provisorium infolge von Grunderwerbsschwierigkeiten besteht.

Das Berichtsjahr ist für die am 19. Dezember 1904 eröffnete Nebenbahn das erste volle Betriebsjahr.

Die im vorigen Geschäftsberichte an die Eröffnung des Staatsbahnüberganges Brühl geknüpften Erwartungen größerer Transporte nach dem Oberrhein, Süddeutschland, Elsaß-Lothringen und der Schweiz haben sich im Berichtsjahre nicht ganz erfüllt, da die für diese Transporte im wesentlichen in Betracht kommenden Werke mit der Erstellung ihrer Anschlußanlage einstweilen im abgelaufenen Geschäftsjahre noch zurückgehalten haben.

Die Leistungen der Lokomotiven und Wagen gehen aus nachstehenden Angaben hervor.

Es wurden gefahren: 28 450 Zugkilometer in Personenzügen, 38 841 Zugkilometer in gemischten Zügen, 46 475 Zugkilometer in Güterzügen, 83 Zugkilometer im Vorspanndienst, zusammen 111 849 Lokomotivnutzkilometer.

Von den Wagen wurden geleistet: 478 055 Wagenachskilometer von Personen- und Gepäckwagen, 667 080 Wagenachskilometer von Güterwagen.

Es wurden befördert: 121 843 Personen mit 891 843 Personenkilometer, 230 502 Tonnen mit 2 490 111 Tonnenkilometer.

In den ersten vier Monaten des neuen Geschäftsjahres betragen gegen die gleiche Zeit des Berichtsjahres die Mehreinnahmen rund 18 000 M, die Mehrausgaben rund 1000.– M; es ist für diese Zeit also mit einem Mehrüberschuß von 17 000.– M zu rechnen. Dieses günstige Ergebnis ist einerseits auf die Hebung des Allgemeinverkehrs, anderseits auf die Zuleitung neuer Verkehre aus der Erstellung eines neuen Brikett- und Braunkohlenwerks bei Brüggen, sowie auf die Erweiterungsbauten einiger bestehender Werke dieser Art zurückzuführen. Die dadurch bedingte Mehrproduktion an Braunkohlen und Briketts läßt daher auch für das Bahnunternehmen weiterhin steigende Einnahmen erhoffen.

 

Bilanz per 31. März 1906.

Aktiva.MPf.Passiva.MPf.
Anlage-Konto3 264 32922Aktienkapital-Konto1 680 000
Kassa-Konto1 17985Obligationen-Konto1 680 000
Kautions-Konto9 823Rückständige Obligationszinsen37 91250
Effekten-Konto d. Erneuerungsfonds 65 204.50 M, des Spezialreservefonds 4581.– M69 78550Erneuerungsfonds-Konto 66 148.16 M, Spezialreservefonds-Konto 5352.42 M71 50058
Debitoren: Banken 77 012.59 M
Sonstige 80 537.73 M
157 55032Gesetzlich. Reservefonds-Konto5 12558
Aval-Konto14 200Kreditoren: Eisenbahnsteuer pro 1905/0664615
Aval-Konto14 200
Gewinn- und Verlust-Konto: Vortrag aus 1904/05 4741.57 M, Reingewinn 1905/06 22 241.51 M26 98308
 3 516 86789 3 516 86789

 

Gewinn- und Verlust-Konto 1906.

Soll.MPf.Haben.MPf.
Betriebsausgaben pro 1905/06 113 894.89 M, ab: Erstattung aus dem Erneuerungsfonds 407.15 M113 48774 Gewinnvortrag aus 1904/054 74157
Betriebseinnahm. pro 1905/06231 12607
Erneuerungsfonds14 62006   
Spezialreservefonds3 360
Obligationszinsen75 600
Eisenbahnsteuer64615
Gesetzlicher Reservefonds: 5 % Rücklage de 23 412.12 M1 17061
Reingewinn: 1 ½ % Dividend. auf 1 680 000.– M Aktien 25 200.– M Unterstützungsfonds 500.– M, Vortrag auf neue Rechnung 1 283.08 M26 98308
 235 86764 235 86764

 

 


 

 

Bericht für den Zeitraum
vom 1. April 1906 bis zum 31. März 1907

 

In den allgemeinen Verhältnissen der Gesellschaft sind Änderungen nicht eingetreten.

Im Berichtsjahre wurden für den Bau und die Ausrüstung der Bahn, insbesondere für die Ausstattung des Bahnhofs Liblardorf mit Wartehalle und Abortgebäude, für Erweiterung der Freiladeanlagen daselbst, für die Umgestaltung der Bahnstrecke am Brühler Flügel des Übergabebahnhofs Liblar aus militärischem Interesse sowie für die Beschaffung von 20 vollspurigen Güterwagen von 15 Tonnen Ladefähigkeit, ferner für kleinere Ausführungen sowie für Grunderwerb verausgabt 83 852.94 M.

Der Wert des Bahnanlage-Kontos per 31. März 1907 stellt sich daher wie folgt: Bestand am 31. März 1906  3 264 329.22 M, Zugang im Berichtsjahre 83 852.94 M, jetziger Bestand 3 348 182.16 M.

Da das Anlagekapital 3 360 000 M beträgt, so bleiben noch verfügbar 11 817.84 M.

Das Berichtsjahr ist für die am 19. Dezember 1904 eröffnete Nebenbahn das zweite volle Betriebsjahr.

Die Verkehrsentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahre hat den Erwartungen entsprochen. Die Einnahmen erbrachten ein Mehr von rund 47 700 M, wozu der Personenverkehr rund 2000 und der Güterverkehr abzüglich der Mindereinnahme bei den Nebenerträgnissen rund 45 700 M beigetragen haben. Nach Deckung des Ausgaben verbleibt ein Überschuß von 158 138.41 M, welcher sich um 35 758.51 M höher stellt als im Vorjahre.

Im besonderen soll nicht unerwähnt bleiben, daß der Verkehr über den Staatsbahnanschluß Brühl nach dem Oberrhein, Süddeutschland, Elsaß-Lothringen und der Schweiz eine wesentliche Steigerung erfahren hat, wenngleich dieser Verkehr bisher noch nicht stetig war.

Das günstige Betriebsergebnis ist auf die Hebung des Allgemeinverkehrs, auf die Inbetriebnahme der neuen Brikettfabrik Hubertus bei Brüggen und der Erweiterungsanlagen der Brikettfabriken Fürstenberg und Konkordia, ferner auf umfangreichere Bautransporte für andere Unternehmungen im wesentlichen zurückzuführen. Auch haben zu diesem Mehrbetrag die Einnahmen aus der Vermietung eines Teils der schmal- und vollspurigen Betriebsmittel in der verkehrsschwächeren Zeit beigetragen.

Die Leistungen der Lokomotiven und Wagen gehen aus den nachstehenden Angaben hervor.

Es wurden gefahren: 18 755 Zugkilometer in Personenzügen, 44 721 Zugkilometer in gemischten Zügen, 53 007 Zugkilometer in Güterzügen, 16 Zugkilometer im Vorspanndienst, zusammen 116 499 Lokomotivnutzkilometer.

Von den Wagen wurden geleistet: 485 139 Wagenachskilometer von Personen- und Gepäckwagen, 781 846 Wagenachskilometer von Güterwagen.

Es wurden befördert: 138 674 Personen mit 1 028 961 Personenkilometer, 251 477 Tonnen mit 2 909 028 Tonnenkilometer.

Die Betriebseinnahmen betragen ohne Vortrag 278 827.09 M, die Betriebsausgaben, unter Absetzung der auf dem Erneuerungsfonds zu verrechnenden Ausgaben, 121 971.76 M. Der Betriebsüberschuß beträgt daher 156 855.33 M.

In den ersten fünf Monaten des neuen Geschäftsjahrs betragen gegen die gleiche Zeit des Berichtsjahres die Mehreinnahmen rund 49 000 M, die Mehrausgaben rund 11 000 M; es ist für diese Zeit also mit einem Mehrüberschuß von 38 000 M zu rechnen.

Für die übrige Zeit des laufenden Geschäftsjahrs sind gleich günstige Ergebnisse zu erwarten, da die Bautransporte für das oberhalb Brühl in Ausführung begriffene Brikettwerk Mariaglück, welches hierfür zunächst einen provisorischen Bahnanschluß genommen hat, noch geraume Zeit fortdauern werden und ferner der Versand des Brikettwerks „Grube Liblar“, welches zurzeit einen Anschluß an unsere Bahn erhielt, voraussichtlich zum Oktober 1907 beginnen wird.

 

Bilanz per 31. März 1907.

Aktiva.MPf.Passiva.MPf.
Bahnanlage-Konto3 348 18216Aktienkapital-Konto1 680 000
Kassa-Konto1 74813Obligationen-Konto1 680 000
Effekten-Konto d. Erneuerungsfonds 62 958.20 M, des Spezialreservefonds 6098 M69 05620Rückständige Obligationszinsen38 115
Erneuerungs-Konto 77 676.62 M, Spezialreservefonds-Konto 8649.92 M86 32654
Debitoren: Banken 13 100.85 M
Sonstige 12 626.19 M
157 55032Unterstützungs-Konto1 000
Aval-Konto14 200Gesetzl. Reservefonds-Konto
8 19336
   Kreditoren: Eisenbahnsteuer pro 1906/071 50769
Aval-Konto14 200
Gewinn- und Verlust-Konto: Vortrag aus 1905/06 1283.08 M, Reingewinn 1906/07 58 287.86 M59 57094
 3 568 91353 3 568 91353

 

Gewinn- und Verlust-Konto für 1906/07.

Soll.MPf.Haben.MPf.
Betriebsausgaben pro 1906/07  125 392.50 M, ab: Erstattung aus dem Erneuerungsfonds 3420.74 M121 97176 Gewinnvortrag aus 1905/061 28308
Betriebseinnahm. pro 1906/07278 82709
Erneuerungsfonds15 032   
Spezialreservefonds3 360
Obligationszinsen75 600
Eisenbahnsteuer1 50769
Gesetzlicher Reservefonds: 5 % Rücklage von 61 355.64 M3 06778
Reingewinn: 3 ½ % Dividend. auf 1 680 000 M Aktien 58 800 M Unterstützungsfonds 500 M, Vortrag auf neue Rechnung 270.94 M59 57094
 280 11017 280 11017

 

 


 

 

Bericht für den Zeitraum
vom 1. April 1907 bis zum 31. März 1908

 

In den allgemeinen Verhältnissen der Gesellschaft sind Änderungen nicht eingetreten.

Im Berichtsjahre wurden für den Bau und die Ausrüstung der Bahn, insbesondere für Fertigstellung der Arbeiten zur Erweiterung der Freiladeanlagen in Zieselsmaar, Köttingen und Liblar-Dorf sowie für Herstellung von 2 Stellwerksanlagen und einem Stationsgebäude in Liblar, ferner für kleinere Ausführungen und Beschaffungen sowie für Grunderwerb verausgabt 100 940.90 M. Dagegen wurden vereinnahmt durch den Verkauf 8 schmalspuriger Güterwagen mit je 10 t Ladegewicht 15 800.– M.

Der Wert des Bahnanlage-Kontos per 31. März 1908 stellt sich daher wie folgt: Bestand am 31. März 1907  3 348 182.16 M, Zugang im Berichtsjahre 100 940.90 M, Abgang im Berichtsjahre 15 800.– M, jetziger Bestand 3 433 323.06 M.

Im übrigen werden voraussichtlich noch erforderlich: Für Fertigstellung der Stellwerksanlagen und des Stationsgebäudes in Liblar und für notwendige Ergänzungen der Bahnanlagen, als die Einrichtung eines Stationsgebäudes in Brüggen, die Wasser- und Kohlenversorgungsanlage auf dem Übergabebahnhof Liblar, die elektrische Beleuchtung des Personen- und Übergabebahnhofs Liblar, der definitive Ausbau des Gemeinschaftsbahnhofs Vochem, die Verstärkung des Oberbaues, die Vermehrung des Lokomotiv- und Wagenparks und die Erwerbung von Grund und Boden 246 676.94 M.

Das Anlagekapital wird daher demnächst betragen: Bestand am 31. März 1908  3 433 323.06 M, weiterer Bedarf gemäß vorstehenden Ausführungen 246 676.94 M = 3 680 000.– M, also gegen das zunächst konzessionsmäßig festgesetzte Anlagekapital von 3 360 000.– M ein Mehr von 320 000.– M. Zur Deckung dieses Mehrbetrags soll das bisherige Aktienkapital von 1 680 000.– M um 320 000.– M auf 2 000 000 M erhöht werden, und zwar durch Ausgabe von 320 Stück neuen, mit den bestehenden gleichberechtigten Aktien à 1000.– M, die vom 1. Oktober 1908 ab nach Maßgabe der eingezahlten Beträge an der Dividende des laufenden Jahres teilnehmen.

Durch die vorgedachte Kapitalerhöhung wird eine entsprechende Änderung der §§ 4, 5, 6 und 7 des Gesellschaftsvertrags erforderlich.

Das Berichtsjahr ist für die am 14. Dezember 1904 eröffnete Nebenbahn das dritte volle Betriebsjahr.

Der Verkehr hat sich im Geschäftsjahre 1907/08 den Erwartungen entsprechend außerordentlich günstig entwickelt. Die Gesamteinnahmen stiegen von 278 829.09 M im Jahre 1906/07 auf 417 588.62 M im Jahre 1907/08, also um rund 50 %, und zwar brachte der Personenverkehr 37 643.92 M gegen 29 274.78 M = 28 %, der Güterverkehr 349 171.51 M gegen 222 194.10 M = 57 % mehr. Nach Deckung der Ausgaben verbleibt ein Überschuß von 221 190.28 M, welcher sich um 63 051.87 M höher stellt als im Vorjahre.

Das günstige Betriebsergebnis ist auf die Hebung des Allgemeinverkehrs sowie auf den verstärkten Brikettversand insbesondere der neuen Brikettfabrik Hubertus bei Brüggen während des ganzen Geschäftsjahres und der neu aufgeschlossenen Brikettfabrik Grube Liblar während des letzten Vierteljahrs zurückzuführen. Auch hat sich der Verkehr über den Staatsbahnanschluß Brühl nach dem Oberrhein, Süddeutschland, Elsaß-Lothringen und der Schweiz weiter und stetig entwickelt.

Die Leistungen der Lokomotiven und Wagen gehen aus den nachstehenden Angaben hervor.

Es wurden gefahren: 18 225 Zugkilometer in Personenzügen, 45 870 Zugkilometer in gemischten Zügen, 60 941 Zugkilometer in Güterzügen, 64 Zugkilometer im Vorspanndienst, zusammen 125 100 Lokomotivnutzkilometer.

Von den Wagen wurden geleistet: 539 206 Wagenachskilometer von Personen- und Gepäckwagen, 1 319 210 Wagenachskilometer von Güterwagen.

Es wurden befördert: 178 183 Personen mit 1 314 990 Personenkilometer, 461 661 Tonnen mit 4 712 775 Tonnenkilometer.

Die Betriebseinnahmen betragen ohne Vortrag 417 588.62 M, die Betriebsausgaben, unter Absetzung der auf dem Erneuerungsfonds zu verrechnenden Ausgaben, 196 669.28 M. Der Betriebsüberschuß beträgt daher 220 919.34 M.

In den ersten vier Monaten des Geschäftsjahrs 1908/09 betragen gegen die gleiche Zeit des Berichtsjahres die Mehreinnahmen rund 23 000 M, die Mehrausgaben rund 6 000 M; es ist für diese Zeit also mit einem Mehrüberschuß von 17 000 M zu rechnen.

Für die übrige Zeit des laufenden Geschäftsjahrs sind günstige Ergebnisse zu erwarten, zumal das neue Brikettwerk Mariaglück inzwischen seinen Versand aufgenommen hat.

 

Bilanz am 31. März 1908.

Aktiva.MPf.Passiva.MPf.
Bahnanlage-Konto3 433 32306Aktienkapital-Konto1 680 000
Kassa-Konto2 84845Obligationen-Konto1 680 000
Effekten-Konto d. Erneuerungsfonds 77 427.05 M, des Spezialreservefonds 7501 M84 92805Rückständige Obligationszinsen38 18250
Erneuerungsfonds-Konto 86 473.52 M, Spezialreservefonds-Konto 11 982.92 M98 45644
Debitoren: Banken 87 679.30 M
Sonstige 22 208.60 M
109 88790Unterstützungsfonds-Konto1 53961
Aval-Konto14 200Gesetzl. Reservefonds-Konto
14 14809
   Kreditoren: Eisenbahnsteuer pro 1907/085 250
Aval-Konto14 200
Gewinn- und Verlust-Konto: Vortrag aus 1906/07 270.94 M, Reingewinn 1907/08 113 139.88 M113 41082
 3 645 18746 3 645 18746

 

Gewinn- und Verlust-Konto am 31. März 1908.

Soll.MPf.Haben.MPf.
Betriebsausgaben pro 1907/08  202 690.76 M, ab: Erstattung aus dem Erneuerungsfonds 6021.48 M196 66928 Gewinnvortrag aus 1906/0727094
Betriebseinnahm. pro 1907/08417 58862
Erneuerungsfonds17 61473   
Spezialreservefonds3 360
Obligationszinsen75 600
Eisenbahnsteuer5 250
Gesetzlicher Reservefonds: 5 % Rücklage v. 119 094.61 M5 95473
Reingewinn: 6 % Dividende auf 1 680 000 M Aktien 100 800 M, Unterstützungsfonds 500 M, Fonds für die Verstärkung des Oberbaues 10 000 M, Vortrag auf neue Rechnung 2110.82 M113 41082
 417 85956 417 85956

 

 


 

 

Bericht für den Zeitraum
vom 1. April 1908 bis zum 31. März 1909

 

Die in der vorjährigen ordentlichen Generalversammlung vom 29. September 1908 beschlossene Erhöhung des Grundkapitals von 1 680 000.– M auf 2 000 000.– M durch Ausgabe von 320 Stück neuen, mit den bisherigen gleichberechtigten Aktien à 1000.– M hat unter dem 1. Dezember 1908 die Allerhöchste Genehmigung erhalten. Die neuen Aktien sind zum Nennwerte zuzüglich eines Beitrags zur Deckung der mit der Ausgabe verbundenen Kosten von 25.– M pro Aktie begeben worden; auf dieselben sind 25 % am 29. September 1908, die restlichen 75 % am 1. Januar 1909 eingezahlt. Die neuen Aktien nehmen an der Dividende des abgelaufenen Geschäftsjahres entsprechend den Einzahlungsterminen mit 25 % ab 1. Oktober 1908, mit 75 % ab 1. Januar 1909 teil und erhalten demnach pro Stück 5/16 des auf eine alte Aktie entfallenden Dividendenbetrags. – Die erfolgte Durchführung der Kapitalerhöhung sowie die dadurch bedingten Änderungen des Gesellschaftsvertrags sind am 16. Oktober 1908 in das Handelsregister in Cöln eingetragen worden.

Im Berichtsjahre wurden für den Bau und die Ausrüstung der Bahn, insbesondere für die Fertigstellung der Stellwerksanlagen und des Stationsgebäudes in Liblar, für die Errichtung einer Wasserversorgungsanlage auf dem Übergabebahnhofe Liblar, ferner für die elektrische Beleuchtungsanlage des Personen- und Übergabebahnhofs Liblar, für die Erweiterung des Bahnhofs Grube Brühl sowie für den definitiven Ausbau des Bahnhofs Vochem, für Beschaffung einer Lokomotive und drei Packwagen und für Grunderwerb verausgabt 162 128.65 M.

Der Wert des Bahnanlagekontos stellt sich daher per 31. März 1909 wie folgt: Bestand am 31. März 1908   3 433 323.06 M, Zugang im Berichtsjahre 162 128.65 M, jetziger Bestand 3 595 451.71 M.

Das Anlagekapital beträgt 3 680 000.– M, mithin sind noch zur Verfügung 84 548.29 M.

Das Berichtsjahr ist für die am 19. Dezember 1904 eröffnete Nebenbahn das vierte volle Betriebsjahr.

Der Verkehr hat sich im Geschäftsjahre 1908/09 weiter günstig entwickelt. Die Gesamteinnahmen stiegen von 417 588.62 im Jahre 1907/08 auf 475 698.70 M im Jahre 1908/09, also um rund 14 %, und zwar brachte der Personenverkehr 39 615.37 M gegen 37 643.92 M = 5,2 %, der Güterverkehr 413 439.69 M gegen 349 171.51 M = 18,4 % mehr. Nach Deckung der Ausgaben verbleibt ein Überschuß von 245 418.60 M, welcher sich um 24 228.32 M höher stellt als im Vorjahre.

Das günstige Betriebsergebnis ist sowohl auf die Steigerung des Allgemeinverkehrs als auch auf den verstärkten Versand der angeschlossenen Brikettwerke zurückzuführen. Der Verkehr über den Staatsbahnanschluß Brühl ist stetig geblieben.

Zu bemerken ist noch, daß die Königliche Eisenbahndirektion Cöln am 1. Oktober 1908 zum 31. Dezember 1908 den Wagengestellungsvertrag kündigte. Es wurden Verhandlungen eingeleitet, welche auch zum Abschlusse eines neuen Vertrags mit der Königlichen Eisenbahndirektion Cöln geführt haben. Auf Grund dieses Vertrags werden seitens der Staatsbahn die Wagen sowohl für den Staatsbahnübergangsverkehr als auch für den vollspurigen Binnenverkehr und den vollspurigen Wechselverkehr mit den Cöln-Bonner Kreisbahnen unter annehmbaren Bedingungen gestellt. Die vollspurigen Eigentumswagen sind in den Staatsbahnwagenpark eingestellt.

Die Leistungen der Lokomotiven und Wagen gehen aus den nachstehenden Angaben hervor.

Es wurden gefahren: von den Lokomotiven 19 200 Zugkilometer in Personenzügen, 52 250 Zugkilometer in gemischten Zügen, 72 375 Zugkilometer in Güterzügen, 80 Zugkilometer im Vorspanndienst, zusammen 143 905 Lokomotivnutzkilometer; von den Wagen 555 750 Wagenachskilometer von Personen- und Gepäckwagen, 1 501 900 Wagenachskilometer von Güterwagen, zusammen 2 057 650.

Es wurden befördert: 181 700 Personen mit 1 467 140 Personenkilometer, 564 250 Tonnen mit 5 761 000 Tonnenkilometer.

Die Betriebseinnahmen betragen ohne Vortrag 475 698.70 M, die Betriebsausgaben unter Absetzung der auf den Erneuerungsfonds zu verrechnenden Ausgaben 232 390.92 M. Der Betriebsüberschuß beträgt daher 243 307.78 M.

Im Geschäftsjahre 1909/10 ist eine weitere günstige Entwicklung der Einnahmen zu erwarten, da die an die Bahn angeschlossenen Brikettwerke, von denen ein größeres Werk erst in der zweiten Hälfte des Berichtsjahres in Betrieb gekommen ist, einen größern Versand haben werden, auch ein neuer Anschluß des bisher an unsere Bahn nicht angeschlossenen Gruhlwerks zurzeit in der Ausführung begriffen ist, der zum 1. Juli 1909 fertiggestellt sein wird.

 

Bilanz am 31. März 1909.

Aktiva.MPf.Passiva.MPf.
Bahnanlage-Konto3 595 45171Aktienkapital-Konto2 000 000
Kassakonto2 50010Obligationen-Konto1 680 000
Effekten-Konto d. Erneuerungsfonds 82 733.30 M, des Spezialreservefonds 11 776 M94 54930Rückständige Obligationszinsen38 340
Erneuerungsfondskonto 99 363.19 M, Spezialreservefondskonto 15 867.92 M115 23111
Debitoren: Banken 158 201.26 M,
Sonstige 157 970.26 M
316 17152Unterstützungsfondskonto2 09588
Avalkonto14 200Gesetzl. Reservefondskonto
21 32987
   Fonds für Verbesserung des Oberbaues10 000
Kreditoren: Eisenbahnsteuer pro 1908/097 180
Avalkonto14 200
Gewinn- u. Verlustkonto: Vortrag aus 1907/08  2110.82 M, Reingewinn 1908/09  132 384.95 M134 49577
 4 022 87263 4 022 87263

 

Gewinn- und Verlust-Konto für 1908.

Soll.MPf.Haben.MPf.
Betriebsausgaben pro 1908/09  240 309.95 M, ab: Erstattung aus dem Erneuerungsfonds 7919.03 M232 39092 Gewinnvortrag aus 1907/082 11082
Betriebseinnahm. pro 1908/09475 69870
Erneuerungsfonds17 71520   
Spezialreservefonds3 460
Obligationszinsen75 600
Eisenbahnsteuer7 180
Gesetzlicher Reservefonds: 5 % Rücklage von 139 352.58 M6 96763
Reingewinn: 6 ½ % Dividende auf 1 680 000 M alte Aktien 109 200 M, 6 ½ % Dividende auf 320 000 M neue Aktien pro rata temporis 6500 M, Unterstützungsfonds 500 M, Fonds für die Verbesserung des Oberbaues 15 000 M, Vortrag auf neue Rechnung 3295.77 M134 49577
 477 80952 477 80952

 

 


 

 

Bericht für den Zeitraum
vom 1. April 1909 bis zum 31. März 1910

 

Im Berichtsjahre wurden für den Bau und die Ausrüstung der Bahn, insbesondere zur Fertigstellung der Stellwerksanlagen und des Stationsgebäudes in Liblar, zur Errichtung einer Wasserversorgungsanlage auf dem Übergabebahnhofe Liblar, ferner zur Verstärkung des Oberbaues auf der Strecke Zieselsmaar–Grube Brühl, zur Erweiterung des Bahnhofs Brüggen, sowie zur Herstellung zweier Wegeschranken am Bahnhof Liblardorf und einer Wegeschranke am Bahnhof Thürnich, für Grunderwerb und Erwerb des Militärkreuzungsgleises bei Liblardorf verausgabt 80 700.91 M.

Der Wert des Bahnanlagekontos stellt sich daher am 31. März 1910 wie folgt: Bestand am 31. März 1909  3 595 451.71 M, Zugang im Berichtsjahre 80 700.91 M, jetziger Bestand 3 676 152.62 M. Das Anlagekapital beträgt 3 680 000 M, mithin sind noch zur Verfügung 3847.38 M.

Das Berichtsjahr ist für die am 19. Dezember 1904 eröffnete Nebenbahn das fünfte volle Betriebsjahr. Der Verkehr hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahre weiter günstig entwickelt. Die Gesamteinnahmen stiegen von 475 698.70 M im Jahre 1908/09 auf 535 583.52 M im Jahre 1909/10, also um rund 12,5 %; der Personenverkehr erbrachte 39 010.53 M gegen 39 615.37 M gleich 1,6 % weniger während die Einnahmen aus dem Güterverkehr von 413 439.69 M auf 469 362.64 M, also um 13,5 % gestiegen sind. Nach Deckung der Ausgaben verbleibt ein Überschuß von 287 156.72 M, welcher sich um 43 848.94 M höher stellt als im Vorjahre.

Die neuerliche Steigerung des Betriebsergebnisses ist zurückzuführen auf die Zunahme des Güterverkehrs im allgemeinen und auf den Versand des Braunkohlen- und Brikettwerks Gruhl, dessen Anschluß an die Mödrath-Liblar-Brühler Eisenbahn Ende September 1909 in Betrieb genommen wurde und im wesentlichen den Versandverkehr nach Süddeutschland und zur Rheinumschlagstelle bei Wesseling belebte.

Der geringe Rückgang im Personenverkehr war durch eine wohl nur als vorübergehend anzusehende Einschränkung der Arbeiterzahl bei einigen Gruben- und Abraumbetrieben bedingt.

Die Leistungen der Lokomotiven und Wagen gehen aus den nachstehenden Angaben hervor.

Es wurden gefahren: Von den Lokomotiven 28 050 Zugkilometer in Personenzügen, 43 200 Zugkilometer in gemischten Zügen, 97 182 Zugkilometer in Güterzügen, 71 Zugkilometer im Vorspanndienst, zusammen 168 503 Lokomotivnutzkilometer.

Von den Wagen 499 991 Wagenachskilometer von Personenwagen und Personenzug-Gepäckwagen, 1 985 190 Wagenachskilometer von Güterwagen und Güterzug-Gepäckwagen, zusammen 2 485 181.

Es wurden befördert: 178 961 Personen mit 1 299 197 Personenkilometer, 629 396 Tonnen mit 5 928 000 Tonnenkilometer.

Die Betriebseinnahmen betragen ohne Vortrag, unter Absetzung eines auf den Erneuerungsfonds zu verrechnenden Betrages von 1126.35 M, 534 457.17 M, die Betriebsausgaben ebenfalls unter Absetzung eines dem Erneuerungsfonds entnommenen Betrages von 6071.88 M  247 300.45 M. Es steht somit ein reiner Betriebsüberschuß von 287 156.72 M zur Verfügung.

Im Geschäftsjahre 1910/11 darf auf eine weitere günstige Entwicklung der Einnahmen gerechnet werden, da die an die Bahn angeschlossenen Brikettwerke, von denen das Gruhlwerk erst in der zweiten Hälfte des Berichtsjahres seine Verfrachtungen über die Mödrath-Liblar-Brühler Eisenbahn aufgenommen hat, einen größern Versand haben dürften; die drei ersten Monate des Geschäftsjahres 1910/11 ergeben nach den provisorischen Feststellungen der Einnahmen und Ausgaben allein schon einen Mehrüberschuß von annähernd 20 000 M gegen den gleichen Zeitraum des Vorjahres.

 

Bilanz am 31. März 1910.

Aktiva.MPf.Passiva.MPf.
Bahnanlage-Konto3 676 15262Aktienkapital-Konto2 000 000
Kassa-Konto1 65186Obligationen-Konto 1 680 000 M, ab Tilgung in 1909/10  17 000 M1 663 000
Effekten-Konto des Erneuerungsfonds 101 995.90 M, des Spezialreservefonds 19 368.90 M121 36480Rückständige Obligationszinsen37 530
Erneuerungsfonds-Konto 119 270.13 M, Spezialreservefonds-Konto 19 960.42 M139 23055
Debitoren: Banken 138 142.50 M,
Sonstige 115 639.30 M
253 78180Unterstützungsfonds-Konto2 67574
Avalkonto14 200Gesetzliches Reservefondskonto: Bestand per 31. März 1909  21 329.87 M, Zuweisung pro 1909/10 in Höhe der Obligationentilgung 17 000 M
38 32987
   Kreditoren: Eisenbahnsteuer11 24999
Avalkonto14 200
Gewinn- und Verlust-Konto: Vortrag aus 1908/09  3 295.77 M, Reingewinn 1909/10  157 639.16 M160 93493
 4 067 15108 4 067 15108

 

Gewinn- und Verlust-Konto am 31. März 1910.

Soll.MPf.Haben.MPf.
Betriebsausgaben pro 1909/10  253 372.33 M, ab: Erstattung aus dem Erneuerungsfonds 6071.88 M247 30045 Gewinnvortrag aus 1908/093 29577
Betriebseinnahmen pro 1909/10  535 583.52 M, ab für den Erneuerungsfonds 1126.35 M534 45717
Erneuerungsfonds21 76257   
Spezialreservefonds3 680
Obligationszinsen75 21750
Eisenbahnsteuer11 85749
Gesetzlicher Reservefonds: Rücklage in Höhe der Obligationentilgung17 000
Reingewinn: 7 % Dividende auf 2 000 000 M Aktien 140 000 M, Unterstützungsfonds 500 M, Fonds für die Verbesserung des Oberbaues 20 000 M, Vortrag auf neue Rechnung 434.93 M160 93493
 537 75294 537 75294

 

 


 

 

Bericht für den Zeitraum
vom 1. April 1910 bis zum 31. März 1911

 

Die Königliche Staatsregierung hat sich neben dem durch das Gesetz vom 3. November 1838 geregelten Rechte, das Eigentum der Bahn mit allen Aktiven und Passiven nach 30 Betriebsjahren gegen Auszahlung des 25fachen Betrages des Durchschnitts der Dividende in den letzten fünf Jahren zu erwerben, in der Konzessionsurkunde noch ein besonderes, vorzeitiges Erwerbsrecht vorbehalten. Maßgebend hierfür ist der Artikel XVII der Konzessionsurkunde.

Der Herr Minister der öffentlichen Arbeiten hat nun gemeinsam mit dem Herrn Finanzminister unterm 5. November 1910 das nachfolgende Schreiben an die Gesellschaft gerichtet: „Nach Artikel XVII der Konzessionsurkunde vom 13. Juni 1903 betreffend den Bau und Betrieb einer voll- und schmalspurigen Nebeneisenbahn von Mödrath über Liblar nach Brühl durch die Mödrath-Liblar-Brühler Eisenbahn-Aktiengesellschaft ist der Staatsregierung das Recht vorbehalten, die Bahn jederzeit, jedoch nicht vor Ablauf des Jahres 1910, eigentümlich zu erwerben. Die Ausübung dieses staatlichen Erwerbsrechtes soll indessen erst zwei Jahre nach einer entsprechenden Mitteilung an die Gesellschaft erfolgen.

Wir benachrichtigen Sie hierdurch, daß die Königliche Staatsregierung beabsichtigt, von dem ihr vorbehaltenen Rechte in der Weise Gebrauch zu machen, daß sie das Eigentum der Bahn vom 1. Januar 1913 ab erwirbt.“

Danach steht zu erwarten, daß die Bahn zum 1. Januar 1913 unter den vorher ausgeführten konzessionsmäßigen Bestimmungen in den Besitz des Staates übergeht. Die Gesellschaft wird alsdann in Liquidation treten. Der nach Deckung der Obligationenschuld und der laufenden Verbindlichkeiten den Aktionären verbleibende Betrag wird die Ausschüttung eines Agio-Gewinnes zulassen.

Für den Bau und die Ausrüstung der Bahn, insbesondere zur Errichtung einer Morsetelegraphenanlage, für Restarbeiten am Stationsgebäude Liblar, für Einrichtung der Stationen Brüggen-Erft, Grube Brühl und Gruhlwerk, für Erweiterung des Bahnhofes Grube Brühl sowie für Verstärkung des Oberbaues durch Einziehung der 13. und 14. Schwelle auf den Gleisstoß wurden verausgabt 15 412.48 M.

Der Wert des Bahnanlagekontos stellt sich daher am 31. März 1911 wie folgt: Bestand am 31. März 1910  3 676 152.62 M, Zugang im Berichtsjahre 15 412.48 M, jetziger Bestand 3 691 565.10 M. Das Anlagekapital beträgt 3 680 000 M, es ergibt sich also eine Überschreitung von 11 565.19 M.

Zur Deckung dieses, einstweilen von der Westdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft Cöln hergegebenen Betrages, sowie zur Bestreitung der Kosten weiterer Ergänzungsanlagen des Bahnunternehmens ist beabsichtigt, eine schwebende Schuld bei einem Bankhause aufzunehmen.

Das Berichtsjahr ist für die am 19. Dezember 1904 eröffnete Nebenbahn das sechste volle Betriebsjahr. Der Verkehr hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahre weiter günstig entwickelt. Die Gesamteinnahmen stiegen von 535 583.52 M im Jahre 1909/10 auf 647 318 M im Jahre 1910/11, also um 21 %; der Personenverkehr erbrachte 37 641.60 M gegen 39 010.53 M gleich 3,6 % weniger, während die Einnahmen aus dem Güterverkehr von 469 362.64 M auf 547 749.59 M, also um 16,7 % gestiegen sind. Nach Deckung der Ausgaben verbleibt ein Überschuß von 346 833.35 M, welcher sich um 59 676.63 M höher stellt als im Vorjahre.

Das günstige Ergebnis des Berichtsjahres ist sowohl auf die andauernd gute Beschäftigung der an das Unternehmen angeschlossenen Werke im allgemeinen als auch besonders auf den regen Versandverkehr des Braunkohlen- und Brikettwerkes Gruhl nach der Rheinumschlagstelle bei Wesseling zurückzuführen.

Die Leistungen der Lokomotiven und Wagen gehen aus den nachstehenden Angaben hervor.

Es wurden gefahren: Von den Lokomotiven 26 352 Zugkilometer in Personenzügen, 39 528 Zugkilometer in gemischten Zügen, 108 324 Zugkilometer in Güterzügen, 158 Zugkilometer im Vorspanndienst, zusammen 174 362 Lokomotivnutzkilometer.

Von den Wagen 500 073 Wagenachskilometer von Personenwagen und Personenzug-Gepäckwagen, 2 047 081 Wagenachskilometer von Güterwagen und Güterzuggepäckwagen, zusammen 2 547 154.

Es wurden befördert: 174 794 Personen mit 1 264 312 Personenkilometer, 77 035 Tonnen mit 6 997 000 Tonnenkilometer.

Die Betriebseinnahmen betragen ohne Vortrag, unter Absetzung eines auf den Erneuerungsfonds zu verrechnenden Betrages von 15 581.65 M  631 736.35 M, die Betriebsausgaben unter Absetzung der dem Erneuerungsfonds und Spezialreservefonds entnommenen Beträge von 135 475.19 M  284 903 M. Es steht somit ein reiner Betriebsüberschuß von 346 833.35 M zur Verfügung.

Das neue Geschäftsjahr 1911/12 hält sich hinsichtlich der Entwicklung der Einnahmen in dem Rahmen des Vorjahres. Nach den provisorischen Feststellungen der Einnahmen und Ausgaben ergibt sich für die drei ersten Monate des Geschäftsjahres 1911/12 ein Mehrüberschuß von rund 2400 M.

 

Bilanz am 31. März 1911.

Aktiva.MPf.Passiva.MPf.
Bahnanlagekonto3 691 56510Aktienkapitalkonto2 000 000
Kassakonto2 17246Obligationen-Konto 1 663 000 M, ab Tilgung in 1910/11  18 000 M1 645 000
Effektenkonto des Erneuerungsfonds 44 968.90 M, des Spezialreservefonds 6 024.60 M50 99350Rückständige Obligationszinsen37 05750
Erneuerungsfondskonto 45 771.52 M, Spezialreservefondskonto 6848.10 M52 61962
Debitoren: Banken 219 549.60 M,
Sonstige 68 895.02 M
288 44462Unterstützungsfondskonto3 26582
Avalkonto14 200Gesetzliches Reservefondskonto: Bestand per 31. März 1910  38 329.87 M, Zuweisung pro 1910/11 in Höhe der Obligationentilgung 18 000 M
56 32987
   Kreditoren: Eisenbahnsteuer 21 250 M, Westdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft, Cöln 11 565.10 M32 81510
Avalkonto14 200
Gewinn- und Verlustkonto: Vortrag aus 1909/10  434.93 M, Reingewinn 1910/11  205 652.84 M206 08777
 4 047 37568 4 047 37568

 

Gewinn- und Verlust-Konto am 31. März 1911.

Soll.MPf.Haben.MPf.
Betriebsausgaben pro 1910/11  420 378.19 M, ab: Erstattung aus dem Erneuerungsfonds 118 056.17 M, desgl. Spezialreservefonds 17 419.02 M284 903 Gewinnvortrag aus 1909/1043493
Betriebseinnahmen pro 1910/11  647 318 M, ab für den Erneuerungsfonds 15 581.65 M631 73635
Erneuerungsfonds23 82051   
Spezialreservefonds3 680
Obligationszinsen74 430
Eisenbahnsteuer21 250
Gesetzlicher Reservefonds: Rücklage in Höhe der Obligationentilgung18 000
Reingewinn: 9 % Dividende auf 2 000 000 M Aktien 180 000 M, Unterstützungsfonds 500 M, Fonds für die Verbesserung des Oberbaues 13 994.30 M, Vortrag auf neue Rechnung 11 593.47 M206 08777
 632 17128 632 17128

 

 


 

 

Bericht für den Zeitraum
vom 1. April 1911 bis zum 31. März 1912

 

Im Geschäftsbericht für das Jahr 1910/11 war schon des näheren ausgeführt, daß die Königliche Staatsregierung unterm 5. November 1910 die Absicht ausgesprochen hatte, von dem ihr gemäß Artikel XVII der Konzessionsurkunde vom 13. Juni 1903 zustehenden Recht auf Erwerbung unserer Bahnlinien Gebrauch zu machen, so zwar, daß die Bahn zum 1. Januar 1913 in den Besitz des Staates übergeht. Daraufhin haben zwischen den Beteiligten Verhandlungen stattgefunden, die zum Abschluß eines Vertrages geführt haben, der in der am 30. April 1912 stattgehabten außerordentlichen Generalversammlung der Aktionäre unserer Gesellschaft genehmigt worden ist und der gemäß Mitteilung der Königlichen Eisenbahndirektion Cöln vom 11. Juli 1912 die Zustimmung des Landtages und damit bindende Kraft erlangt hat.

Nach dem Vertrage geht das in der Bilanz unter Position 1 der Aktiva aufgeführte Bahnanlage-Konto in den Besitz des Preußischen Staates über, und es hat die Gesellschaft die in der Bilanz unter Position 5 und 6 der Passiva angegebenen Erneuerungs- und Spezialreservefonds dem Staate auszuliefern. Die übrigen Fonds (Unterstützungs- und gesetzlicher Reservefonds), die übrigen Aktiva und Passiva sowie die Betriebsüberschüsse bis zum 31. Dezember 1912 verbleiben der Gesellschaft.

Die Gesellschaft wird, nachdem der Übergang der Nebeneisenbahn auf den Staat erfolgt ist, alsdann in Liquidation treten.

Der von der Königlichen Staatsregierung auf Grund der Konzessionsbedingungen festgesetzte und zum 31. Dezember 1912 bar zu erlegende Kaufpreis wird, soweit er zur Heimzahlung der noch im Umlauf befindlichen, zum 1. April 1913 gekündigten Schuldverschreibungen zu verwenden ist, im Sinne der §§ 13 und 14 der Anleihebedingungen beim A. Schaafhausen’schen Bankverein in Cöln hinterlegt werden.

Für den Bau und die Ausrüstung der Bahn, insbesondere für die Änderungen des Staatsbahnanschlusses in Liblar und des Übergabebahnhofs in Vochem wurden verausgabt 10 197.60 M. Der Wert des Bahnanlagekontos stellt sich daher am 31. März 1912 wie folgt: Bestand am 31. März 1911   3 691 565.10 M, Zugang im Berichtsjahre 10 197.60 M, jetziger Bestand 3 701 762.70.

Das Anlagekapital beträgt 3 680 000.–, es ergibt sich also eine Überschreitung von 21 762.70 M. Zur Deckung dieses Betrages ist eine schwebende Schuld bei der Westdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft Cöln aufgenommen worden.

Das Berichtsjahr ist für die am 19. Dezember 1904 eröffnete Nebenbahn das siebente volle Betriebsjahr. Der Verkehr hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahre weiter günstig entwickelt. Die Gesamteinnahmen zeigen jedoch mit 645 422.83 M gegen das Vorjahr mit 647 318.– M ein Weniger von 1895.17 M oder 0.29 %, dies ist hauptsächlich auf die geringeren Nebenerträge zurückzuführen; der Personenverkehr erbrachte 38 606.72 M gegen 37 641.60 M gleich 2,5 % mehr, während die Einnahmen aus dem Güterverkehr von 547 749.59 M auf 572 066.67, also um 4,5 % gestiegen sind.

Nach Deckung der Ausgaben verbleibt ein Überschuß von 350 063.17 M, welcher sich um 3229.82 M höher stellt als im Vorjahre.

Das Ergebnis des Berichtsjahres ist gleich wie im Vorjahre auf die andauernd gute Beschäftigung der an das Unternehmen angeschlossenen Werke im allgemeinen als auch besonders auf den regen Versandverkehr des Braunkohlen- und Brikettwerkes Gruhl nach der Rhein-Umschlagstelle bei Wesseling zurückzuführen.

Die Leistungen der Lokomotiven und Wagen gehen aus den nachfolgenden Angaben hervor. Es wurden gefahren: von den Lokomotiven 27 080 Zugkilometer in Personenzügen, 40 816 Zugkilometer in gemischten Zügen, 109 075 Zugkilometer in Güterzügen, 239 Zugkilometer im Vorspanndienst, zusammen 177 210 Lokomotivnutzkilometer, von den Wagen 508 020 Wagenachskilometer von Personenwagen und Personenzug-Gepäckwagen, 2 195 138 Wagenachskilometer von Güterwagen und Güterzug-Gepäckwagen, zusammen 2 703 158.

Es wurden befördert: 176 131 Personen mit 1 275 591 Personenkilometer, 808 168 Tonnen mit 7 174 209 Tonnenkilometer. Die Betriebseinnahmen betragen ohne Vortrag, unter Absetzung des auf den Erneuerungsfonds zu verrechnenden Betrages von 5 602.50 M  639 820.33 M, die Betriebsausgaben unter Absetzung der dem Erneuerungsfonds und Spezialreservefonds entnommenen Beträge von 9 155.66 M  289 757.16 M. Es steht somit ein reiner Betriebsüberschuß von 350 063.17 M zur Verfügung.

Das neue Geschäftsjahr 1912/13 hält sich hinsichtlich der Entwicklung der Einnahmen in dem Rahmen des Vorjahres.

 

Bilanz am 31. März 1912.

Aktiva.MPf.Passiva.MPf.
Bahnanlagekonto3 701 76270Aktienkapitalkonto2 000 000
Kassakonto2 42831Obligationen-Konto 1 645 000 M, ab Tilgung in 1911/12  18 000 M1 627 000
Effektenkonto des Erneuerungsfonds 44 611.70 M, des Spezialreservefonds 5 970.40 M50 58210Rückständige Obligationszinsen34 605
Rückständige verloste Obligationen1 020
Erneuerungsfondskonto68 98519
Spezialreservefondskonto7 62686
Debitoren: Banken 212 212.50 M,
Sonstige 115 074.33 M
327 28683Unterstützungsfondskonto3 67514
Avalkonto14 200Gesetzliches Reservefondskonto: Bestand per 31. März 1911  56 329.87 M, Zuweisung pro 1911/12 in Höhe der Obligationentilgung 18 000 M
74 32987
Kreditoren: Eisenbahnsteuer 26 250 M, Westdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft, Cöln 21 762.70 M48 01270
Avalkonto14 200
Gewinn- und Verlustkonto: Vortrag aus 1910/11  11 593.47 M, Reingewinn 1911/12  205 211.71 M216 80518
 4 096 25994 4 096 25994

 

Gewinn- und Verlust-Konto am 31. März 1912.

Soll.MPf.Haben.MPf.
Betriebsausgaben pro 1911/12  298 912.82 M, ab: Erstattung aus dem Erneuerungsfonds 6087.62 M, desgleichen Spezialreservefonds 3068.04 M289 75716 Gewinnvortrag aus 1910/1111 59347
Betriebseinnahmen pro 1911/12  645 422.83 M, ab für den Erneuerungsfonds 5 602.50 M639 82033
Erneuerungsfonds22 39149   
Spezialreservefonds3 680
Obligationszinsen73 620
Zinsen auf schwebende Schuld90997
Eisenbahnsteuer26 250
Gesetzlicher Reservefonds: Rücklage in Höhe der Obligationentilgung18 000
Reingewinn: 10 % Dividende auf 2 000 000 M Aktien 200 000 M, Unterstützungsfonds 500 M, Vortrag auf neue Rechnung 16 305.18 M216 80518
 651 41380 651 41380

 

 


 

 

Bericht für den Zeitraum
vom 1. April 1912 bis zum 31. März 1913

 

Nachdem unsere Bahnlinien auf Grund des im Geschäftsbericht pro 1911/12 wiedergegebenen Vertrages mit der Königlich Preußischen Staatsregierung zum 1. Januar 1913 in den Besitz des Staates übergegangen sind und der gemäß den Bestimmungen des Artikels XVII der Allerhöchsten Konzessionsurkunde auf 4 007 853.52 M berechnete Kaufpreis in bar an uns ausgezahlt worden ist, hat eine auf den 8. Januar 1913 einberufene außerordentliche Generalversammlung der Aktionäre die Auflösung und Liquidation der Gesellschaft beschlossen.

Der Betriebsüberschuß aus der Zeit vom 1. April bis 31. Dezember 1912 verbleibt der Gesellschaft. Mit Rücksicht darauf, daß es sich nicht um ein volles Betriebsjahr handelt, die Zahlen des Berichtsjahres demnach mit denen des Vorjahres nicht zum Vergleich gestellt werden können, sehen wir diesmal von einer Berichterstattung über das statistische Material und die Betriebs-Einnahmen und -Ausgaben im einzelnen ab und geben nachstehend lediglich eine summarische Zusammenstellung des Betriebsergebnisses: Vortrag und Betriebseinnahmen 541 291.28 M, Betriebsausgaben 248 507.43 M, Überschuß 292 783.85 M. Hiervon ab: Rücklagen in den Erneuerungsfonds 16 221.08 M, Rücklagen in den Spezialreservefonds 2760 M, zusammen 18 981.08 M, Rohgewinn 273 802.77 M.

 

Liquidationseröffnungsbilanz am 31. Dezember 1912.

Aktiva.MPf.Passiva.MPf.
Obligationen-Einlösungskonto: Bardepot beim A. Schaaffhausen’schen Bankverein in Cöln1 676 340Aktienkapital2 000 000
Kassakonto1 66433Obligationen 1 627 000 M, ab Tilgung in 1912/13  19 000 M1 608 000
Debitoren: Banken 2 370 389.85 M,
Sonstige 179 306.04 M
2 549 69589Obligationszinsen 1. Oktober bis 31. Dezember 191218 090
   Rückständige Obligationen-Kupons6750
Rückständige verloste Obligationen201750
Reservefondskonto93 32987
Mehrerlös aus dem Verkauf der Bahnanlagen306 09008
Gewinn- und Verlustkonto200 10527
 4 227 70022 4 227 70022

 

Gewinn- und Verlust-Konto am 31. Dezember 1912.

Soll.MPf.Haben.MPf.
Betriebsausgaben 1. April bis 31. Dezember 1912  254 666.03 M, ab: Erstattung aus dem Erneuerungsfonds 6158.60 M248 50743 Vortrag aus 1911/1216 30518
Erneuerungsfonds: Rücklagen16 22108 Betriebseinnahmen 1. April bis 31. Dezember 1912  527 588.24 M, ab für den Erneuerungsfonds 2 602.14 M524 98610
Spezialreservefonds: Rücklagen2 760   
Obligationszinsen 1. April bis 31. Dezember 191254 69750
Reservefonds: Rücklagen in Höhe der Obligationentilgung19 000
Saldo200 10527
 541 29128 541 29128

 

Bilanz am 31. März 1913.

Aktiva.MPf.Passiva.MPf.
Obligationen-Einlösungskonto: Bardepot beim A. Schaaffhausen’schen Bankverein in Cöln1 676 340Aktienkapitalkonto2 000 000
Kassakonto1 18883Obligationen-Konto 1 608 000 M, hierzu 2 % Aufgeld 32 160 M1 640 160
Debitoren: Banken 2 394 952.35 M,
Sonstige 178 345.89 M
2 573 29824Obligationszinsen 1. Oktober 1912 bis 31. März 191336 180
Rückständige Obligationen-Kupons6750
Rückständige verloste Obligationen2 01750
Reservefondskonto93 32987
Mehrerlös aus dem Verkauf der Bahnanlagen306 09008
Gewinn- und Verlustkonto172 98212
 4 250 82707 4 250 82707

 

Gewinn- und Verlust-Konto 1913.

Soll.MPf.Haben.MPf.
Obligationszinsen 1. Januar bis 31. März 191318 090 Vortrag laut Liquidationseröffnungsbilanz200 10527
2 % Aufgeld auf nom. 1 608 000 M Obligationen32 160Zinsen44 43750
Kosten der Liquidation21 31065
Saldo172 98212
 244 54277 244 54277

 

 

siehe auch:
Die Kleinbahn Mödrath-Liblar-Brühl im Spiegel der Geschäftsberichte der Westdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft zu Köln

 

Autor dieses Beitrags: Joachim Biemann (html-Umsetzung)
Online: 27.06.2000
html-Status: 05.06.2010

 

Bahnen im Rheinland
www.bahnen-im-rheinland.de