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Ein bunter Zug:
D 513 in Köln-West, 1976

 

Reisezüge, die aus Waggons unterschiedlichster Farben zusammengestellt sind, sind heute, in der Zeit um 2000/2001, eher die Regel. Mitte der 1970er Jahre war das anders. Das 1975 begonnene Farbkonzept „türkis/beige“ (damals noch „ozeanblau/beige“ genannt) begann sich erst allmählich durchzusetzen. Zuvor hatte die DB seit 1970/71 bei Reisezugwagen mit der kurzlebigen „Pop“-Lackierung experimentiert, in der sich schließlich 119 Fahrzeuge präsentierten. Damals konnte man überwiegend Züge beobachten, deren Farbspektrum ausschließlich grüne und blaue Fahrzeuge umfasste, abgesehen von Speise-, Schlaf- und Intercitywagen. Ein harmonisches Bild also, und Zuglokomotiven in passender Lackierung waren ebenfalls noch reichlich im Einsatz.

In diesem Farb-Umfeld fiel der D 513 besonders auf. Grün, blau, rot/beige, „Pop“, türkis/beige – fast alle damaligen Reisezuglackierungen wies er vor. Bevor der Laufweg dieses Zugs erläutert wird, zunächst zwei Bilder. Von heute aus gesehen sind auch die Loks im nahezu ursprünglichen Bauzustand bemerkenswert. Und Fahrzeuge, die mit Sprühereien („Graffiti“) besudelt waren, gab es damals schon gar nicht.

 

110 156 vor D 513

Schöner Kasten: 110 156-7 (Bw Frankfurt/Main 1) im klassischen 50er-Jahre-Design der DB vor D 513 im Bahnhof Köln-West, 24.05.1976.

 

110 445 vor D 513

Schnittig: Diesmal befördert „Bügelfalten“-Lok 110 445-4 (Bw München Hbf) den D 513, im Bahnhof Köln-West fotografiert am 21.05.1976.

 

Einige Anmerkungen zu den Waggons: Vorne zwei grüne Bm und ein Abm, danach ein oder zwei „Pop“-Wagen (orange = 1. Klasse, blau = 2. Klasse), etwa in Zugmitte ein WRmh (bei 110 156) oder ein WRü (bei 110 445). Am Zugschluss ein blauer Aüm oder Büm.

Spätestens ab Sommerfahrplan 1976 fuhr der D 513 mit Münchener 111, damals eine noch recht neue Baureihe.

 

Der Zuglauf des D 513 und seiner Kurswagengruppen

 

Zug/Bf.anabKBS Zug/Bf.anabKBSBemerkung
D 313         
Amsterdam CS 07:14H 4      
Utrecht CS 07:43H 4 D 513    
Arnhem 08:27H 4 Dortmund Hbf 08:47300 
Emmerich08:4508:53310 Wanne-Eickel Hbf09:0109:03300 
Wesel09:0909:10310 Gelsenkirchen Hbf09:0709:09300 
Oberhausen Hbf09:24  >Oberhausen Hbf09:2009:39300 
     Duisburg Hbf09:4609:48300 
     Düsseldorf Hbf10:0310:05300 
     Köln Hbf10:3110:35300 
     Bonn Hbf10:5510:57600 
     Koblenz Hbf11:3311:35600 
     Mainz Hbf12:2812:30660 
     Mannheim Hbf13:1313:16770 
     Heidelberg Hbf13:2713:29770 
E 2913 (Dieselbetrieb)    Stuttgart Hbf14:4314:57900Kopfmachen
Ulm Hbf 16:18975<Ulm Hbf15:5816:01900 
Neu Ulm16:2116:22975 Augsburg Hbf16:4816:51900 
Illertissen 16:41975 München Hbf17:28 900 
Altenstadt (Iller) 16:48975      
Kellmünz 16:53975      
Memmingen17:0417:06975      
Grönenbach 17:18975      
Dietmannsried 17:25975      
Kempten (Allgäu) Ost 17:32975      
Kempten (Allgäu) Hbf17:3517:37970      
Immenstadt17:5218:00974     Kopfmachen
Blaichach (Allgäu) 18:05974      
Sonthofen18:1018:11974      
Altstädten (Allgäu) 18:14974      
Fischen 18:21974      
Langenwang (Schwab) 18:26974      
Oberstdorf18:32 974      
KBS = Nummer der Kursbuchstrecke

 

Zum Zuglauf hatte ich zunächst an dieser Stelle vermutet, in Oberhausen seien Kurswagen an die Zugspitze gestellt worden, und in Immendorf sei die Zeit für das Umsetzen der Lok zu knapp gewesen.

Dazu schreibt Lothar Behlau:

„Einen passenden Buchfahrplan aus der Zeit habe ich auch nicht, aber immerhin einen Zugbildungsplan vom vorangehenden Winter 1974/75. Die darin vorgegebene Wagenreihung passt so gut zu den Fotos, dass sich in dem Jahr dazwischen wohl nichts geändert hat.

Trotz Mehraufwands wurde der Amsterdamer Teil per Rangierlok ans Ende des D 513 umgesetzt – das ging ja auch nicht anders, sonst hätte man in Ulm ein Problem gehabt! Aus dem ZpAR sind auch die Heimatbahnhöfe der Wagen abzuleiten: Dortmund (10 für BD Essen) für den Oberstdorfer Teil, München-Pasing (20 für BD München) für alle nach München laufenden Wagen. Dass der WR auch schon mal ein anderer Typ war als eigentlich vorgesehen, war damals alltäglich, vor allem bei einem D, wenn man den WRmh für einen IC benötigte.

In Immenstadt waren 8 Minuten Wendezeit Standard für alle möglichen Züge. Von 1977 bis 1979 war ich auch einige Male in Oberstdorf, und ich habe durch den Bahnhof ‚bretternde‘ 210 und 218 ziemlich deutlich in Erinnerung. Es kann also sehr wohl sein, dass auch bei 8 Minuten die Zuglok bei so manchem Zug umgelaufen ist!“

 

Autor dieses Beitrags: Joachim Biemann (Text und Fotos)
Online: 07.06.2000
Version vom 10.12.2002
html-Status: 05.06.2010

 

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